Martin Brand DON'T STOP THE MUSIC
Berlin-Neukölln, Carnival of Cultures. A medley of people dancing, rhythms and elation, gazes and poses. Just as the camera finds its subject, it loses it again. The same people increasingly resurface into view a clique of young men, now and then wipe off sweat from dancing with their own towels brought along especially for that purpose. Suddenly, the music stops. One man‘s face is seen calmly and clearly an intense look, time seems to stand still. Then, the beats restart and the face disappears into the crowd. At whom the gaze is directed at remains unsolved has the dancer noticed the observer with the video camera? Does he feel bothered by the act of observation or affirmed in his dance performance? Or is the look directed inward, towards the center of one’s own state of trance?
The video sequence, a single uncut take, runs at halfspeed, without sound.
Berlin Neukölln, Karneval der Kulturen. Ein Durcheinander tanzender Menschen, Rhythmen und Ekstase, Blicke und Posen. Kaum findet die Kamera ihr Motiv, verliert sie es wieder. Zunehmend tauchen die gleichen Personen auf eine Clique junger Männer, die sich ab und zu mit ihren eigens dafür mitgebrachten Handtüchern den Schweiß vom Tanzen abtrocknen. Plötzlich wird die Musik unterbrochen. Einer der Männer ist ruhig und klar zu sehen ein intensiver Blick, die Zeit scheint stehen zu bleiben. Dann setzen die Beats wieder ein und das Gesicht verschwindet im Getümmel. An wen sich der Blick richtet, bleibt offen: Hat der Tänzer den Beobachter mit der Videokamera wahrgenommen? Fühlt er sich durch den Akt der Beobachtung gestört oder in seiner Tanzperformance bestätigt? Oder richtet sich der Blick nach innen, in das Zentrum des eigenen Trancezustandes?
Die Videosequenz, ein einziger, ungeschnittener Take, läuft in halber Geschwindigkeit und hat keinen Ton.
© 2008 Martin Brand